Kleidung für mich

Cardigan Maja und meine Meinung zur 365 Tage Challenge

27. September 2018

Hallo und herzlich willkommen auf Hauptsache Punkte,

heute habe ich mal wieder ein gepunktetes Oberteil für Euch. Ich muss zugeben, dafür dass mein Blog Hauptsache Punkte heißt, gab es in letzter Zeit recht wenig Punkte zu sehen.

Es soll heute aber nicht nur um meinen neuen gepunkteten Cardigan gehen, sondern auch um das Thema eigene Kleidung nähen und dies im Bezug auf die 365 Tage nicht Shoppen Challenge. Wer diese Challenge nicht kennt, wie der Name schon sagt, man geht 365 Tage nicht shoppen, sondern näht seine Kleidung selber.
Ich persönlich finde diese Challenge unglaublich cool und habe auch schon einige Male versucht ein Jahr lang nichts an Kleidung zu kaufen.
Leider muss ich zugeben, dass ich es noch nie länger als 4-5 Monate durchgehalten habe. Ab und zu ist immer ein Kleidungsstück im Laden, was einen sofort ins Auge fällt, es wird anprobiert und dann gekauft (allerdings kaufe ich bedacht, dazu gleich mehr).

Jedoch muss ich sagen, dass ich meinen Kleiderkonsum, seit ich selber nähe wirklich drastisch verändert habe. Früher hatte ich wirklich viele Kleidungsstücke in meinem Schrank. Da waren auch einige Teile, die ich gekauft habe und sie später nie wieder angezogen habe. Das waren diese Spontankäufe, über die man sich am Ende immer geärgert hat. Das passiert mir seit ich selber nähe nicht mehr. Ich denke wirklich immer länger darüber nach etwas jetzt wirklich zu kaufen. Bevor ich das Teil  kaufe, lege ich es nochmal weg und stöbere weiter. Wenn es mir dann im Gedächtnis geblieben ist, kaufe ich das Teil.

Seit ich selber nähe, kaufe ich mir vielleicht noch 5-8 Kleidungsstücke im Jahr. Das ist, finde ich, relativ wenig. Aber ich schaffe es nicht nichts mehr zu kaufen. Und ich glaube das will ich auch gar nicht schaffen, denn ab und zu sieht man einfach ein Kleidungsstück, dass man so schon länger im Kopf hatte und es selber nicht so genäht bekommt. Bei Jeans und Strickpullovern ist das beispielsweise bei mir der Fall. Die Hosen sehen am Ende nie so aus, dass ich sie im Alltag tragen würde und da kaufe ich mir lieber eine gute Hose, die ich dann auch lange trage.

Lange Zeit hatte ich irgendwie immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich doch etwas geshoppt habe. Und das habe ich ehrlich gesagt auch heute teilweise noch. Ich denke schon seit zwei Wochen darüber nach mir ein bestimmtes Kleid zu kaufen, es will mir einfach nicht aus dem Kopf gehen, aber da ist dieses schlechte Gewissen, dass ich Fastfashion eigentlich nicht unterstützen will und dass ich eigentlich auch nichts kaufen will sondern alles selber nähen…
Das Kleid werde ich mir am Wochenende wahrscheinlich doch kaufen, einfach weil ich schon so lange drüber nachdenke und es kein unnötiger Kauf seien wird…

Mir stellt sich dann immer die Frage: Warum? Warum mache ich mir dieses schlechte Gewissen? Ich meine es ist doch trotzdem okay sich ab und zu doch mal ein Kleidungsstück zu kaufen. Aber mit bedacht und in Maßen… Man kann nicht perfekt sein…

Ich bin also Team #selbernähenabertrotzdemmanchmalshoppengehen.

Das war jetzt total viel Gehirnmatsch, aber ich wollte das unbedingt mal mit Euch teilen. Näht Ihr Eure Kleidung zu 100% selber? Oder seid Ihr so wie ich und versucht ganz bewusst und wenig einzukaufen? Bin ich die einzige, die sich wegen dieser Challenge ein schlechtes Gewissen macht? Oder geht es Dir genauso?
Lasst mir gerne Eure Meinung zu der 365Tage Challenge in den Kommentaren da, es würde mich brennend interessieren wie Ihr dazu steht.

Damit verabschiede ich mich. Näht fleißig und bis zum nächsten Mal.
Eure Marie

-Werbung (unbezahlt)-

Schnitt: Cardigan Maja von Kreativlabor Berlin
Stoff: Stoffe.de

verlinkt bei Du für dich am Donnerstag, sewlala

  1. Liebe Marie,

    dein Cardigan ist total schön geworden!
    Ich habe mir, seit ich für mich nähe tatsächlich nur eine einzige Hose gekauft und ein weißes Top, das ich ganz schnell brauchte… Aber ich war früher schon nicht gerne einkaufen und außerdem passt mir gekaufte Kleidung so gut wie nie. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn man sich nicht seine gesamte Garderobe selbst näht! Ein Ballkleid würd ich zum Beispiel auch kaufen und demnächst muss ich wieder mein Sportgewand aufstocken, das näh ich mir auch nicht selbst 🙂
    Aber das mit dem schlechten Gewissen kenn ich nur zu gut, denn mittlerweile ist mein Kasten wesentlich voller, als zu den Zeiten zu denen ich nur einkaufen war. Eigentlich brauche ich kein Gewand mehr, aber ich habe noch soviele Dinge, die ich gern nähen möchte – eine echte Zwickmühle!
    Andererseits denke ich, dass man schon in manchen Bereichen ein bisschen über die Stränge schlagen darf, solange man Achtsam bleibt.

    Ganz liebe Grüße
    Iris

  2. Ich lasse ja nur sehr sehr selten Kommentare da, aber diesmal muss ich dir einfach sagen, dass ich die beiden Statements von Ulla und Nria zu 100% unterschreiben würde!
    Denn mir geht es genau so. Nicht die Tatsache, dass man überhaupt keine Industrieware mehr kauft, ist ausschlaggebend, sondern welche eigene Einstellung sich zum Konsum und Selbernähen entwickelt hat.
    Aus meiner Sicht hast du dein Ziel erreicht: Du kaufst überlegt, gezielt und damit nachhaltig. Den Rest schneiderst du dir zurecht.
    Und genau so ticke ich auch. Es ist einfach nicht mein Ding, meine totale Enthaltsamkeit in Challenges zu beweisen, das passt mir einfach nicht. Denn ich möchte weiterhin Strickjacken kaufen oder Unterwäsche oder auch Sportmode, aus genau den Gründen, die Nria bereits nannte. Ich nähe nicht, um mich zu beweisen, sondern um gut sitzende Kleidung zu haben, die wiederum ich gut kombinieren kann. Der Reiz ist meine ganz individuell zusammengestellte Garderobe, wobei einzelne gekaufte Stücke diese anreichern. Für mich zählt der Einsatz des gesunden Menschenverstandes und der ist nach meiner Auffassung bei dir absolut gegeben. 🙂

  3. Erstens: da hast du dir einen richtig schönen Cardigan genäht, der vermutlich gut zu deiner restlichen Garderobe passt und dir gut steht.
    Zweitens: ich bin immer ein wenig skeptisch bei diesen Absolutansprüchen, auch wenn ich das Buch „Ich kauf nix“ von Nunu Kaller total interessant fand. Es geht doch darum, wie man sein Leben gestaltet, und nicht einen Preis für totale Enthaltsamkeit zu gewinnen. Denn wenn du seitdem mit mehr Bedacht kaufst und dann auch wirklich zufrieden mit den Teilen bist (und mit einer gut sitzenden Kaufjeans kann man superglücklich sein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß), dann ist doch das Ziel solcher Challenges im Prinzip erreicht: nicht die Menge macht’s, sondern ob meine Klamotten zu mir und meinem Leben passen.
    Ich habe mir bisher solche Vorsätze nicht gefasst, einfach weil ich bestimmte Sachen gar nicht nähen will. Ich bin nicht der Typ, der sich sechs Wochen Zeit für einen Mantel nimmt, zwei Probestücke eingeschlossen, mein Motiv ist eher „instant gratification“ – die Freude, wenn man das fertige Stück in der Hand hat. Für mich ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Teil, das in meine Garderobe passt. Ich bewundere andere, die sich sogar die Schuhe selbst machen – aber das ist halt nicht meins.

  4. Wirklich ein hübscher Cardigan! Das Doppelpunktmuster ist auch sehr schön und passt prima zum Schnitt.
    Zu dieser Challenge … ich denke, die ist eher sinnvoll für Leute, die (sehr) viel Kleidung kaufen. Wenn man sowieso nur noch gezielt kauft, braucht man die Challenge eigentlich nicht, denn dann hat man das, was man daraus lernen soll, ja bereits verinnerlicht (man muss nur aufpassen, dass man das frühere Kleidungskaufverhalten nicht auf Stoffe überträgt und die stattdessen massenweise kauft!).
    Ich kaufe kaum noch Dinge. Jeans, weil mir die Jeansstoffe, die man kaufen kann, nicht gefallen. Gestricktes, weil ich nicht stricken kann (und aus Strickstoff Genähtes sieht doch anders aus, mal davon abgesehen, dass die Auswahl bei Strickstoffen sehr klein und fast ausschließlich aus Polyester ist). BHs, weil es sehr aufwändig wäre, für mich eine gute Passform hinzukriegen (und für jedes neue Material muss man von vorn anfangen!). Und ab und zu sehe ich etwas, das genau so ist, wie ich es haben will, und warum soll ich es dann nähen? (Gut, wenn ich exakt das passende Material und Schnitt zu Hause hätte, würde ich vielleicht übers Selbernähen nachdenken.)
    Also: Mach dir keinen Druck, die Welt geht nicht davon unter, dass man sich 10 Teile pro Jahr kauft 🙂

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